Für die zweitgrößte Kreditgenossenschaft im Kreis war 2018 ein ganz besonderes Jahr

Volksbank Rietberg meistert starke Herausforderungen

Für die Volksbank Rietberg, der Größe nach die Nummer 2 unter den Genossenschaftsbanken im Kreis Gütersloh, war das Jahr 2018 ein Jahr mit besonderen Herausforderungen. Neben äußeren Einflüssen wie dem anhaltenden Niedrigzinsniveau, der zunehmenden Regulatorik und dem weiter hohen Wettbewerbsdruck, waren interne Veränderungen wie die Umstellung auf eine andere Software oder der Generationswechsel an der Spitze des Instituts zu meistern. Umso mehr erfreut zeigte sich Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hillemeier im Bilanzpressegespräch mit seinen Kollegen Klaus Schnieder und Lothar Wille darüber, dass es dem Volksbank-Team in den zurückliegenden zwölf Monaten gelungen ist, den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortzusetzen und ein gutes Ergebnis zu erwirtschaften.

In ihrer Gewinn- und Verlustrechnung hat die Bank mit 1,3 Millionen Euro einen Überschuss auf Vorjahresniveau ausgewiesen. Was die 16.754 Teilhaber, darunter 425 neue Mitglieder, mit Freude registrieren dürften, ist der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat. Wolfgang Hillemeier: „Wenn die Vertreterversammlung dem zustimmt, wollen wir die Mitgliedsguthaben wieder mit 5,0 Prozent verzinsen.“

Stichwort „Mitglieder“: Im Wettbewerb mit anderen Finanzdienstleistern setzen die Rietberger nach wie vor auf emotionale und räumliche Nähe zu ihren Anteilseignern und allen anderen Kunden. Filialschließungen aus Kostengründen, anderorts an der Tagesordnung, waren für die heimische Kreditgenossenschaft im Jahr 2018 kein Thema. Und auch aktuell gibt es keine entsprechenden Überlegungen, so soll es bei den acht Bankstellen in Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock, Augustdorf und Langenberg bleiben.

Diese zeige sich, so der Vorstandsvorsitzende, in der zum großen Teil überdurchschnittlichen Ausweitung der Kundengeschäfte. Mit Blick auf das betreute aktive und passive Kundenvolumen von 1,75 Milliarden Euro (plus 7,9 Prozent) innerhalb und außerhalb der Bilanz sprach Wolfgang Hillemeier von einem ‚tollen Wert‘.

Deutlich gestiegen, und zwar um 10,4 Prozent auf den neuen Spitzenwert von 792 Millionen Euro, ist die Bilanzsumme, wobei Kundeneinlagen und Kundenkredite gleichermaßen zum Wachstum beitrugen. Spürbar über dem Ansatz der Bank lag das Wachstum der Einlagen (plus 7,9 Prozent auf 528 Millionen Euro). Klaus Schnieder: „Hier spiegelt sich die hohe Liquidität der Firmenkundschaft, aber auch das Vertrauen aller Kunden in die Bank wider.“ Außerhalb ihrer eigenen Bilanz verwaltet die Volksbank für ihre Kunden ein Wertpapiervermögen von 200,4 Millionen Euro (Vorjahr: 209,8 Millionen Euro). Dass dieser Wert rückläufig ist, liegt nach Ansicht des Vorstands im Wesentlichen am 18-prozentigen Rückgang beim Deutschen Börsenbarometer DAX. Vor diesem Hintergrund sprach Schnieder von einem „ordentlichen Ergebnis“ im Wertpapiergeschäft.

Sehr bemerkenswert war bei der Volksbank Rietberg im vergangenen Jahr wieder einmal mehr die Steigerung der Ausleihungen an Kunden. Am Stichtag 31. Dezember hatte die Bank Kredite im Umfang von 624 Millionen Euro in ihren Büchern – ein Plus von 9,4 Prozent. Unter Einschluss der zumeist langfristigen, an Spezialinstitute vermittelten Kredite betrug das Wachstum sogar 12,1 Prozent auf 823 Millionen Euro.

Gefragt war die Volksbank Rietberg auch als Vermittler zinsgünstiger Darlehn. Insgesamt 298 private und gewerbliche Investoren nutzten die Möglichkeit, einen so genannten Förderkredit in die Finanzierung ihres Vorhabens einzubauen. Von einer regen Geschäftstätigkeit berichtet die Volksbank aus dem Bereich der sonstigen Bankdienstleistungen. Die Summe der vermittelten Bausparverträge erreichte einen Wert von 35 Millionen Euro. Lebensversicherungen wurden im Umfang von 5,4 Millionen Euro abgeschlossen. Damit lagen die Abschlüsse bei beiden Produkten unter den Vorjahreswerten. Insbesondere das Bausparen hält Lothar Wille dennoch für eine attraktive Sparform. Der Vorstand: „Wer beim derzeitigen Niedrigzinsniveau einen Vertrag abschließt, kann später mit großer Wahrscheinlichkeit in einem ganz anderen Zinsumfeld von besonders günstigen Darlehnskonditionen profitieren.“

Zum Schluss noch ein Blick auf die Zahl der Beschäftigten. Am Stichtag waren für die Volksbank Rietberg 129 Mitarbeiter/innen tätig, darunter neun Auszubildende. Fünf von ihnen haben zu Jahresbeginn mit Erfolg ihre Prüfung abgelegt. Sie sind zwischenzeitlich in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen worden. Auch weiterhin setzt die Volksbank Rietberg auf qualifizierten Nachwuchs aus eigenem Haus. So starten zum 1. August erneut zwei Schulabgänger in Rietberg ihre Karriere in der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft.